Klimanotstand: Saarbrücken muss Beispiel Kiels folgen

Klimanotstand: Saarbrücken muss Beispiel Kiels folgen

Meyer-Gluche: Landeshauptstadt soll bis allerspätestens 2050 klimaneutral werden

Nachdem die Stadt Kiel als erste Landeshauptstadt Deutschlands auf Grünen-Initiative den Klimanotstand ausgerufen hat, erwartet die Grüne Oberbürgermeister-Kandidatin für Saarbrücken, Barbara Meyer-Gluche, dass die saarländische Landeshauptstadt nachzieht. Die Grüne Stadtratsfraktion bringt eine entsprechende Initiative in die Stadtratssitzung am 18. Juni ein. Hierzu erklärt Barbara Meyer-Gluche:

„Es liegt in unser aller Verantwortung, die Folgen des Klimawandels mit allen Mitteln zu bekämpfen. Wissenschaftler weltweit stimmen inzwischen überein, dass uns nur noch ein kurzes Zeitfenster bleibt, um unsere Lebensgrundlagen dauerhaft zu erhalten. Es ist also höchste Zeit zu handeln. Das erkennen immer mehr Städte weltweit an, und nun hat Kiel als erste deutsche Landeshauptstadt den Klimanotstand ausgerufen. Ich erwarte von der Stadt Saarbrücken, umgehend nachzuziehen und alle ihre Handlungsspielräume zu nutzen, um die Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen. Aus diesem Grund haben die Stadtrats-Grünen für die kommende Sitzung des Rates am 18. Juni einen entsprechenden Antrag gestellt.

Damit wird sich die Stadt dazu verpflichten, alle Ratsentscheidungen künftig unter einen Klimavorbehalt zu stellen, was bedeutet, dass bei sämtlichen Maßnahmen die Auswirkungen auf den Klima-, Umwelt- und Artenschutz berücksichtigt werden müssen. Außerdem muss schnellstmöglich ein Klimaschutzkonzept mit konkreten CO2-Abbauzielen vorgelegt werden. Saarbrücken muss sich zu den Pariser Klimazielen bekennen und spätestens im Jahr 2050 klimaneutral sein. Um Letzteres zu erreichen, wird ein breites Maßnahmenspektrum nötig sein. Vor allem muss uns die Verkehrswende in Saarbrücken gelingen. Ich möchte den Pkw-Verkehr sukzessive mit einer Attraktivierung des ÖPNV (z.B. 1-Euro-Ticket pro Tag, kostenlos Bus und Bahn für Auszubildende und Studierende) , des Rad- und Fußgängerverkehrs reduzieren und die Elektro- und Micro-Mobilität fördern.

Weiterhin muss der Ausbau der Erneuerbaren Energien – insbesondere durch die Errichtung von Photovoltaik- und Solaranlagen auf Dächern – konsequent vorangehen und wir brauchen hohe energetische Standards bei Gebäudesanierungen und Neubauten. Ich spreche mich außerdem für eine Förderung von energiesparenden Maßnahmen bei Privatimmobilien aus.

Bei alledem dürfen wir nicht außer Acht lassen, dass sich die Stadt an die bereits bestehenden und noch kommenden Klimafolgen bestmöglich anpassen muss. Ich setze mich daher für eine Grünflächenstrategie mit dem Schutz innerstädtischer Grün- und Freiflächen ein. Innerstädtische Grünflächen wirken temperaturausgleichend und sorgen für ein besseres Stadtklima. Zur Grünflächenstrategie zählt auch die Begrünung von Dächern. Außerdem braucht die Stadt Maßnahmen zum Schutz vor Starkregenereignissen sowie generell vor dem Hintergrund von Extremwetterereignissen eine funktionierende Notfallinfrastruktur für die Versorgung der Bürger*innen. Zur Schaffung all dieser Vorkehrungen soll sich die Stadt mit der Ausrufung des Klimanotstandes verpflichten.”

Antrag der Grünen Stadtratsfraktion zur Ausrufung des Klimanotstandes.

Positionspapier von Barbara Meyer-Gluche zur Klimapolitik.