Meyer-Gluche: Saarbrücken soll zur Fahrradstadt werden

Meyer-Gluche: Saarbrücken soll zur Fahrradstadt werden

Grüne OB-Kandidatin legt Programm zum Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur vor

Die Oberbürgermeister-Kandidatin der Grünen für Saarbrücken, Barbara Meyer-Gluche, spricht sich für einen umfassenden Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur in der Landeshauptstadt aus. Ziel müsse sein, in den kommenden fünf Jahren den Anteil des Alltagsradverkehrs von vier auf mindestens 15 Prozent anzuheben. Hierzu erklärt Meyer-Gluche:

“In Saarbrücken werden täglich etwa 45.000 Fahrten mit dem Pkw unternommen, die zwei Kilometer oder kürzer sind. Viele davon ließen sich vermeiden, wenn wir den Bürger*innen attraktive Alternativen für die Fahrt mit dem eigenen Auto bieten würden, zum Beispiel, indem wir ihnen den Umstieg aufs Rad im Alltag erleichtern. Dazu braucht es die nötige Infrastruktur im Stadtgebiet. Viele Bürger*innen scheuen heute noch die tägliche Fahrt mit dem Rad, weil es an vielen Stellen an Fahrradspuren oder zumindest Schutzstreifen fehlt und sie sich unsicher fühlen. Das möchte ich mit einem konsequenten Ausbau unserer Radverkehrsinfrastruktur ändern. Mein Ziel ist es, den Anteil des Alltagsradverkehrs in den kommenden fünf Jahren auf mindestens 15 Prozent anzuheben und damit die umweltfreundliche Mobilität zu stärken.

Um dies zu erreichen, müssen wir den Bürger*innen vermitteln und mit entsprechenden Maßnahmen dafür sorgen, dass sie als Radler*innen sicher im Verkehr mitschwimmen können. Das muss bedeuten, Radfahrstreifen und -schutzstreifen auf den Straßen und nicht auf den Gehwegen anzulegen. Nur so machen wir Radfahrer*innen zu gleichberechtigten Verkehrsteilnehmer*innen. Eine weitere Maßnahme  zur Stärkung der Radverkehrsinfrastruktur sehe ich in der Ausweisung von Fahrradstraßen. In solchen Straßen müssen sich Autofahrer*innen den Radler*innen anpassen und sich an deren Geschwindigkeit orientieren. Fahrradstraßen leisten damit einen großen Beitrag zur Verkehrssicherheit. Ich setze mich für die Ausweisung solcher Straßen ein, unter anderem die Hohenzollernstraße, Beethovenstraße und die Straßen im Nauwieser Viertel.

Eine weitere Hürde beim Umstieg aufs Rad im Alltag, die es abzubauen gilt, betrifft das Thema Abstellmöglichkeiten. Hiervon gibt es in Saarbrücken zu wenige. Ich möchte mehr sichere Abstellanlagen, Fahrradparkhäuser und Fahrradverleihsysteme an den Hauptknotenpunkten des ÖPNV einrichten. Außerdem sollen Einpendler*innen die Möglichkeit erhalten, an Park+Bike-Parkplätzen am Rande der Stadt vom Auto aufs Rad umsteigen zu können.

Auch, was die Logistik im Stadtgebiet angeht, kann das Rad eine umweltfreundliche Alternative darstellen. Daher möchte ich Unternehmen fördern,  die für ihre Transportkette beispielsweise Cargobikes einsetzen.”

Meine Kernforderungen zur Aufwertung des Radverkehrs:

  • Radfahrspuren bzw. -schutzstreifen konsequent auf Straßen anlegen und dazu die Planungskapazitäten im Stadtplanungsamt erhöhen
  • Kostenlose Fahrradmitnahme in allen Bussen und Bahnen
  • Einrichtung sicherer Abstellmöglichkeiten insbesondere an Hauptknotenpunkten des ÖPNV mit Lademöglichkeiten für E-Bikes sowie Bau von Fahrradparkhäusern
  • Sukzessive Fahrradstraßen im Stadtgebiet ausweisen, darunter die Straßen des Nauwieser Viertels, die Hohenzollernstraße und Beethovenstraße
  • Regeln des Straßenverkehrs fahrradfreundlicher gestalten und zum Beispiel einen grünen Rechtsabbiegepfeil für Radfahrer*innen einführen
  • Fertigstellung der Radverkehrs-Hauptverbindungsachse HTW (Alt-Saarbrücken) und Uni (Meerwiesertalweg) mit hoher Priorität behandeln
  • Park+Bike-Parkplätze am Rande der Stadt einrichten